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RSSPrint

Sommersemester 2014

UE "Das Land, das ich dir zeigen werde" Land und Landverheißung im deutsch-israelisch-palästinensischen Kontext Mi 14-16, BU26, 406, A. Goetze

 

Ausgehend vom biblischen und rabbinischen Befund zum „gelobten Land“ und zum „Volk Israel“ werden in dieser Übung ausgewählte Verlautbarungen der Kirchen zu Land, Volk und Staat Israel nach 1945 untersucht (u. a. Christen und Juden I-III, Amman-Call, Kairos-Palästina-Dokument). Dabei kommen westlich-europäische wie nahöstliche Stimmen zu Wort. Biblische Landverheißung und die gegenwärtige Siedlungspolitik werden ebenso zur Diskussion kommen wie das „schwierige Dreieck Deutsche, Israelis und Palästinenser“. Lassen sich Skizzen einer „Theologie des Landes“ im jüdisch-christlichen Gespräch entwickeln? (geplant ist, einige Sitzungen zusammen mit jüdischen Gesprächspartnern zu gestalten)

 

 

 

UE Jüdische Bestattungskultur, Di 14-18, 14tgl., BU26 , 406, M. Wissemann

 

In der Übung sollen zum einen Grundlagen zum Verständnis von Tod und Bestattungskultur in der Hebräischen Bibel und der jüdischen Auslegungstradition erarbeitet, zum anderen Orte jüdischer Begräbniskultur in Berlin besucht und in ihrer Bedeutung erschlossen werden.

 

Organisatorisches:

 

Die Übung wird alle zwei Wochen jeweils vierstündig veranstaltet, damit die Exkursionen innerhalb der Sitzungszeit stattfinden können und keine gesonderten Termine anfallen. Beginn ist in der ersten Semesterwoche, der letzte Kurstermin (außerhalb des 2-Wochen-Rhythmus) am Di, 1.7.2014.

 

 

 

UE Auf den Spuren jüdischen Lebens in Berlin, Mi 16-18, BU26, 108, M. Witt

 

Trotz sich in der Umgangssprache hartnäckig haltender Formulierungen wie "Das jüdische Viertel" für einen Bereich in Mitte gibt es in Berlin nicht "das" jüdische Viertel. Spuren jüdischen Lebens lassen sich verteilt über die ganze Stadt finden. Das älteste Zeugnis jüdischen Lebens stammt aus Spandau, die Synagogen der heutigen jüdischen Gemeinde sind ganz sicher nicht nur in Mitte, sondern z.B. auch in Kreuzberg, Prenzlauerberg, Charlottenburg, Wilmersdorf ...

 

Einerseits durch Exkursionen zu ausgewählten Orten Berlins, andererseits durch Text- und Quellenarbeit soll die Geschichte jüdischen Lebens exemplarisch erkundet und heutiges kennengelernt werden, z.B. soll ein Synagogengottesdienst besucht werden.

 

Einige Sitzungen werden in Absprache mit den Teilnehmenden über 18 Uhr hinausgehen.

 

 

 

UE Talmud als Jüdische, Di 18-20, BU26, 113, E. Lapidot

 

Wird Judentum nicht nur als Gegenstand von Wissen, sondern selbst als Form von Wissen, als besondere Wissenstradition verstanden, dann stehen rabbinische Texte in seiner Mitte. Allgemeines Ziel der Übung ist die rabbinische Literatur als Gestalt der jüdischen Wissenstradition zu erschließen. In dieser Gestalt stellt sich diese Tradition als Inbegriff von Wissensüberlieferung dar: Rabbanim (Rabbiner) sind Lehrer, deren Lehre im Lernen besteht. Das „gelehrte Lernen“, Talmud, bildet den Gattungsbegriff der rabbinischen Texte, der zugleich den wichtigsten rabbinischen Kanon und Korpus bezeichnet. Talmud ist Jüdische Studien.

 

Das Lernen in der Übung beginnt im Babylonischen Talmud. Dieser führt zu anderen Rede- und Textgattungen: Mikra (Bibel), Mischna, Midrasch, Gebete und Segenssprüche. Im Zentrum steht der Text im Original, Hebräisch und Aramäisch. Studiert wird er u. a. durch Übersetzungen (z. B. Goldschmidt) und Kommentare (z. B. Raschi, Steinsaltz). Kenntnis der Originalsprachen wird nicht vorausgesetzt. Für jede Sitzung werden ein talmudischer Abschnitt sowie weitere Quellen als Vorbereitung vorgegeben.

 

Die übergreifende Leitfrage der Übung bezieht sich auf das Selbstverständnis der rabbinischen Wissenstradition, die heute fast allgemein als „jüdisch“ bezeichnet wird. Thema für das Sommersemester 2014 ist die Selbstbestimmung des kollektiven rabbinischen Subjekts im Talmud vielmehr als „Israel“. Wer ist Israel für die Rabbiner? Grundtext ist das Traktat Sanhedrin, Kapitel 11 (als perek helek bekannt), das mit einer Art theologisch-politischer Definition beginnt: „Alle Israel haben einen Anteil an der kommenden Welt“. Wir werden dem talmudischen Studium dieses Grundsatzes nachgehen, das die Basis für spätere systematische Ansätze, u. a. von Maimonides, bildet.