Günther Baumbach
Josephus - Jesusbewegung - Judentum
Gesammelte Aufsätze
Zur gleichen Zeit, da die Verfasser der Evangelien ihre Werke gestalten, bringt
der Jerusalemer Priester und Militärführer im 1. Jüdisch-Römischen
Krieg Josephus die Geschichte seines jüdischen Volkes zu Papier und wird
darin zum Hauptzeugen jüdischen Lebens im 1. Jahrhundert n.Chr. Die Darstellung
der verschiedenen bekannten Gruppen wie Sadduzäer, Pharisäer, Zeloten
und Essener ist ohne ihn nicht zu denken und prägt auch die christliche
Auffassung von den eigenen Anfängen. Wie verläßlich ist das
durch Josephus gezeichnete Bild?
Im Anschluß an eindringliche und für den gesamten Band grundlegende
Untersuchungen zu diesem Fragenkomplex bearbeitet Günther Baumbach in seinen
Gesammelten Aufsätzen eine Reihe von historisch-theologischen Fragen, die
für die qualitative Erneuerung christlicher Theologie und den christlich-jüdischen
Dialog von fundamentaler Bedeutung sind: Ist das Neue Testament ein judenfeindliches
Buch? Wie sind die Jüdischkeit' Jesu, die Anfänge der (Juden
und Jesusbewegung am Ende trennenden) Kirchwerdung und nicht zuletzt das folgenreiche
paulinische Gegenüber von Gesetzes-' und Glaubensgerechtigkeit'
zu verstehen und zu würdigen? Welche Fragen ergeben sich aus der jüdischen
Theologie an heutige christliche Jesusforschung? Welche theologischen Lernprozesse
lassen sich in den neueren kirchlichen Erklärungen zum christlich-jüdischen
Verhältnis erkennen, und welche Problematik umschließt das Postulat
einer nicht antijudaistischen Christologie?
Die Beiträge Baumbachs, Professor em. an der Humboldt-Universität
zu Berlin und über Jahrzehnte hin engagierter ostdeutscher Streiter für
eine Neugestaltung des christlich-jüdischen Verhältnisses, zeichnen
sich dadurch aus, daß der Verfasser historische und theologische Arbeit
vorbildlich unterscheidet und weiterführend aufeinander bezieht.