Viola Schrenk: "Seelen Christo
zuführen"
Die Anfänge der preußischen Judenmission
1822 wurde in Berlin die "Gesellschaft zur
Beförderung des Christenthums
unter den Juden" gegründet. Sie entstand auf dem
religiösen Nährboden
der preußischen Erweckungsbewegung und wurde vom
Königshaus
nachdrücklich begrüßt und
gefördert.
Vor dem politisch-sozialen und dem religiösen Hintergrund der
Jahre vor
und nach dem Wiener Kongress 1815 zeichnet Viola Schrenk in ihrer
Untersuchung ein differenziertes Bild von der Entstehung der
preußischen
Judenmissionsgesellschaft und von der Tätigkeit ihrer
Missionare, die
von der Hauptstadt aus in die Provinzen Posen und Schlesien gesandt
wurden. Mit Hilfe von zahlreichen, vielfach bislang unbekannten
Quellen¬materialien vermag sie die Arbeit der Missionare unter
Juden und
Christen anschaulich und detailliert darzustellen und in ihrem
geschichtlichen Zusammenhang zu würdigen. Ihre sensible
Auswertung des
immensen Quellenmaterials fördert dabei manch
Überraschendes zur
jüdischen, christlichen und
christl¬ich-¬jüdischen Geschichte in
Preußen
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Tage.