Annkathrin Amelsberg: Helmut Hesse - Spuren eines Märtyrers
der Bekennenden Kirche
"Mit detektivischem Spürsinn deckt die Verfasserin hier eine fast
vergessene Geschichte auf.
Sie handelt von einem jungen Wuppertaler Pfarrer,
der mit einer Klarheit sondergleichen 1943 öffentlich zu erklären
vermochte: Dem Staat gegenüber hat die Kirche die heilsgeschichtliche
Bedeutung Israels zu bezeugen und gegen jeden Versuch, das Judentum zu vernichten,
Widerstand zu leisten.'
Helmut Hesse blieb in seinem irdischen Lauf nicht viel Zeit, um zu dieser Einsicht
zu kommen und zu ihr zu stehen. Aber er kam und er stand zu ihr - im Unterschied
zu so vielen, die in der Kirche damals zu dem Unrecht schwiegen oder gar irgendwie
dabei mitmachten. Er vertrat diese Einsicht so bestimmt, dass ihn das sein Leben
kostete. Er wurde ein Märtyrer. Aber war er ein Märtyrer der
Bekennenden Kirche'? Denn diese, sogar auch diese, distanzierte sich von ihrem
radikalen' Mitglied wegen seiner mutigen Worte. Aber Annkathrin Amelsberg
zögert nicht, ihm diesen Titel doch zuzusprechen, und sie bekundet damit,
dass es noch eine andere bekennende Kirche gab als die der Mehrheit ihrer Mitglieder.
Und die war dort, wo auf der Linie gedacht, geredet, gehandelt und gelitten
wurde, für die der Name Helmut Hesse steht."
(Aus dem Geleitwort von Eberhard Busch)