Norman A. Beck: Mündiges Christentum im 21. Jahrhundert
Die antijüdische Polemik des Neuen Testaments und ihre Überwindung
Der traditionelle christliche Antijudaismus lässt sich schwerlich überwinden, wird mit der Erkenntnis seiner Anfänge im Neuen Testament nicht auch bei der Übersetzung der betreffenden Texte Ernst gemacht und somit Bibellesern und Gottesdienstteilnehmern nicht auch ein neues Verständnis der christlichen Botschaft von der Quelle her ermöglicht. Von dieser Einsicht bewegt, durchmustert Norman Beck in seiner in den USA bereits in zweiter Auflage erschienenen Untersuchung das gesamte Neue Testament, erörtert seine antijüdischen oder antijüdisch missverständlichen Passagen und macht eine Fülle unterschiedlicher, teils leiser, teils provokativer und auch zum Widerspruch reizender Vorschläge für den Umgang mit diesen Texten. Sein Sendbuch vom Dolmetschen zielt insgesamt auf ein wirklich mündiges Christentum und ist so ein Prüfstein für Ausmaß und Grenzen der Freiheit eines Christenmenschen in seinem Verhältnis zum Buchstaben der Schrift.
Zur amerikanischen Ausgabe:
Mündiges Christentum ist die sorgfältigste Untersuchung der
antijüdischen Polemik des Neuen Testaments, die ich gelesen habe. Indem er seine
Erörterungen mit der Frage nach einem mündigen Christentum und mit hermeneutischen
Reflexionen verbindet, dringt Beck tiefer in die Sache ein als die anderen Bücher
über diese Polemik. (Krister Stendahl, Bischof von Stockholm, Prof. em.
für NT an der Harvard University)
Hinter der von Beck angemahnten intellektuellen Redlichkeit, die zur konsequenten
Anstrengung des Begriffs verpflichtet, wird nicht zurückbleiben dürfen, wer
sich der Herausforderung einer christlichen Verkündigung im Horizont des christlich-jüdischen
Dialoges stellt. (Kirche und Israel 1999)