Birte Petersen: Theologie nach Auschwitz
Jüdische und christliche Versuche einer Antwort. Mit einem Beitrag über den
aktuellen Stand der Diskussion von Norbert Reck.
Im Zentrum des Buches steht die von der Schoah ausgelöste Krisis der christlichen
Theologie. Birte Petersen gibt zunächst einen Überblick über
die Antworten auf die geschichtliche Erfahrung der Schoah, zu denen christliche
Theologinnen und Theologen in Westdeutschland und Nordamerika seit den siebziger
Jahren gefunden haben. Daran anschließend behandelt sie zwei zentrale
Problemzusammenhänge: die Frage der Christologie als Hauptanfrage der jüdischen
Theologie an das Christentum und die Gottesfrage als wichtigste Frage der jüdischen
Holocaust-Theologie an sich selbst. Der Schlußteil bietet Perspektiven
für die zukünftige Arbeit an einer Theologie, die im Angesicht der
Opfer von Auschwitz zu verantworten ist.
Norbert Reck hat die dritte Auflage des Buches um einen Beitrag bereichert,
in dem er den Anschluß des Buches an die Debatte der letzten Jahre herstellt.
Zur ersten Auflage:
"Die Arbeit hat ... einen hohen Informationswert, weil durch sie theologische
Reflexionen bei uns bekannt werden, die außerhalb des jüdisch-christlichen
Gesprächs im engeren Sinne kaum bekannt sind - jedenfalls nicht in Deutschland.
Zudem findet Birte Petersen eine Sprache, die dem unerträglichen Geschehen
des Mordes an sechs Millionen Juden nicht durch falsches ,Betroffenheitspathos'
Unrecht tut, sondern schlicht und sachlich bleibt, trotzdem aber das persönliche
Bedrücktsein auf höchst angemessene Weise zum Ausdruck bringt: im
Medium charakteristischer Texte und Aussagen der Opfer, die sie ohne Kommentar
den einzelnen Abschnitten voranstellt." (Aus dem Geleitwort von O. H. Pesch)
"Ein faszinierendes Buch", "ein Werk ..., das nicht nur wissenschaftlichen
Wert, sondern auch literarische Qualität hat." (Deutsches Allgemeines
Sonnatgsblatt)