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Liebe Freundinnen und Freunde des Instituts Kirche und Judentum,

Chag Chanukka Sameach! Mit diesem Gruß wünscht das Institut Kirche und Judentum sehr herzlich frohe Festtage und natürlich auch ich ganz persönlich! Seit einiger Zeit ist ja an zentraler Stelle in Berlin nicht zu übersehen, dass im Judentum dieses Fest gefeiert wird – und angesichts der schrecklichen antisemitischen Vorfälle des zuendegehenden Kalenderjahres sind die Metall-Leuchter eine gute Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, beispielsweise über die schlichte Frage, warum dieser Leuchter nicht nur sieben Plätze für Lichter trägt. Festtagsstimmung ist ein schönes Stichwort: Das Institut schaut voller Dankbarkeit und Freude auf die letzten Monate zurück – von der spannenden Sommeruniversität im Juli zum Thema „Mystik“ war schon im letzten Newsletter die Rede, die Planungen für die Sommeruniversität 2020 haben bereits begonnen.
In den folgenden Monaten beschäftigte uns die Stiftungsprofessur „Geschichte und Gegenwart des christlich-jüdischen Verhältnisses“, die inzwischen ausgeschrieben ist und innerhalb des nächsten Jahres besetzt wird. Damit bekommt das Institut auch einen Experten oder eine Expertin für die auf Antike und Mittelalter folgenden Epochen einer bekannt schwierigen, aber für Forschung nach wie vor höchst interessanten Zeit christlich-jüdischer Vergegnung und Begegnung, wie Martin Buber einmal formuliert hat. Die Professur wird von den Evangelischen Kirchen gestiftet, die damit ein Zeichen setzen wollen angesichts der Antijudaismen und Antisemitismen klassischer reformatorischer Theologie, aber auch vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der VolkswagenStiftung unterstützt. Dank eines Programms des Bundes und der Länder wird sie nach dem Auslaufen der Stiftungsmittel in den Strukturplan der Universität und Fakultät übernommen. Damit ist sichergestellt, dass neben meinen eigenen Forschungsinteressen auch die Neuzeit angemessen und auf hohen Niveau vertreten werden kann. Außerdem können wir unsere Bemühungen, in die breitere Öffentlichkeit zu wirken, noch einmal ganz anders intensivieren. Bald mehr dazu, wenn mehr zu berichten ist!
Überaus eindrücklich war vor einer reichlichen Woche auch unser Studientag zum Thema „Reform“, den wir angesichts des Jubiläums der ersten Berliner Reformsynagoge in der Burgstraße und des runden Geburtstags von Schleiermacher in der Französischen Friedrichstadtkirche veranstaltet haben (hier ist inzwischen auch Schleiermachers alte Gemeinde zu Hause, an der er neben seiner Berliner Professur Pfarrer war). Wir haben nämlich gemerkt, dass nicht nur im Blick auf die wechselseitigen Beziehungen (und Nicht-Beziehungen) noch Forschungsbedarf besteht: Schleiermacher hat einmal einen Gottesdienst in der Reformgemeinde besucht, aber trotzdem manches hässliche Vorurteil über das Judentum kolportiert – wie genau allerdings die Beziehungen dieser Gemeinde zu Christenmenschen war, wie genau der Gottesdienst gefeiert wurde, welche Teile in hebräischer, welche in deutscher gefeiert wurden: Zu allen solchen noch weitgehend ungeklärten Fragen wollen wir bald fortsetzen mit einem weiteren Studientag! Spannend war auch, dass und wie Klischees hinterfragt wurden, beispielsweise die Vorstellung, „Assimilation“ habe in reiner Adaption bestimmter christlicher Traditionen bestanden, während doch auch viele Ideen einer weder „christlichen“ noch „jüdischen“ Aufklärung in beiden Religionen direkt transformiert wurden in jeweils ganz eigene, charakteristische Gestalten. Wieder einmal hat sich also gezeigt, dass klassische Modelle revisionsbedürftig sind und gegenüber der Vergangenheit, die sie doch eigentlich beschreiben wollen, unterkomplex. Der Studientag schloss mit einem beeindruckenden Konzert, in dem synagogale Musik sehr unterschiedlicher Tradition von zwei Ensembles musiziert wurde. Text allein reicht als Zugang zur Vielfalt des Judentums ganz gewiss nicht aus, Musik gehört unbedingt hinzu und Vieles andere mehr auch.

 
 

 

Prof. Micha Brumlik eröffnet den Studientag mit einer Reflektion auf Friedrich Schleiermachers Antijudaismus

 
 

 

Barbara Manterfeld-Wormit befragt Rabbiner Prof. Andreas Nachama und Bischof Markus Dröge über Reform und Reformation im Hier und Jetzt jüdischer und christlicher Religion

Wenn Sie noch einmal nachlesen möchten, welche weiteren spannenden Programmbeiträge wir hören durften, klicken Sie hier.

 
 

 

Chanukka und Weihnachten - Wie aus Händels Judas Maccabaeus ein israelisches Kinderlied wurde

Von Klaus Herrmann, Akademischer Rat am Institut für Judaistik der Freien Universität Berlin

 
 

 

Jüdische Zeitschrift "Schlemiel" Nr.1, 1904

 

 

Gershom Scholem, einer der bedeutendsten deutsch-jüdischen Gelehrten des 20. Jahrhunderts, 1897 als Gerhard Scholem an der Friedrichsgracht in Berlin-Mitte geboren und 1981 in Jerusalem gestorben, schreibt in sei­nen Jugenderinnerungen Von Berlin nach Jerusalem über die Weihnachts­zeit in seinem jüdischen Berliner Elternhaus: "In unserer Familie wurde schon seit den Tagen der Großeltern, in denen dies Durcheinander einsetzte, Weihnachten gefeiert, mit Hasen- oder Gänsebraten, behangenem Weihnachtsbaum, den meine Mutter am Weihnachtsmarkt an der Petrikirche kaufte, und der großen 'Bescherung' für die Dienstboten, Verwandte und Freunde ... Eine Tante, die Klavier spielte, produzierte für die Köchin und das Zimmermädchen 'Stille Nacht, heilige Nacht'. Als Kind ging mir das ein, aber 1911, als ich gerade begonnen hatte, Hebräisch zu lernen, nahm ich das letzte Mal an diesem Fest teil. Unter dem Weihnachtsbaum stand das Herzl-Bild in schwarzem Rahmen. Meine Mutter sagte: 'Weil du dich doch so für Zionismus interessierst, haben wir dir das Bild ausgesucht'". 

Musikalisch gesehen gibt es für dieses von Scholem beschriebene "Durcheinander" wohl kein besseres Lied als das, das in der christlichen Weihnachtskultur als Adventslied Tochter Zion, freue Dich und in der jüdischen Welt, vor allem auch in Israel, als Chanukkalied mit dem hebräischen Text Hawa narima, d.h. "Wohlan, lasst uns erheben" erklingt. Der Text des Adventsliedes stammt von Friedrich Heinrich Ranke, dem jüngeren Bruder des berühmten Historikers Leopold von Ranke, der dieses Lied um das Jahr 1820 geschrieben hat und dessen erste Strophe lautet: "Tochter Zion, freue Dich! Jauchze, laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir! Ja er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich! Jauchze, laut, Jerusalem!" Wer ist hier eigentlich die Tochter Zion? Der Text beruht auf der prophetischen Verheißung im neunten Kapitel des biblischen Buches Sacharja, wo es heißt (V. 9): "Du Tochter Zion, freue dich sehr, und du Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin", ein Text, der von den Christen traditionell als Verheißung auf Jesus Christus gedeutet wurde.

Die Melodie stammt jedoch aus Händels Oratorium Judas Maccabäus, das dem Helden des Makkabäeraufstandes gewidmet ist. Der Anlass war ein patriotisches Ereignis in der Zeitgeschichte des englischen Empire: 1746 siegte der englische Herzog Wilhelm August von Cumberland gegen die weit nach England eingefallenen schottischen Truppen unter Charles Edward in der sehr blutigen Schlacht beim Culloden Moor. Seit der französischen Revolution wurde der Siegeshymnus aus dem Judas Maccabaeus als Freiheitslied aufgefasst und bildete die Grundlage für kompositorische Variationen von Christoph Daniel Ebeling und Ludwig van Beethoven. Während also "Tochter Zion" ihrem Ursprung nach politische Implikationen, zumindest im wahr­sten Sinne des Wortes: Untertöne enthielt, die heute weithin vergessen sind, verläuft die Re­zep­tion dieser Melodie im Judentum, genau um­gekehrt: von einem syna­gogalen Chanukkalied zu einem zionistischen Kin­derlied.

Die Geschichte der makkabäischen Erhebung unter dem syrischen König Antiochos IV. und die zunehmende Hellenisierung der judäischen Gesellschaft im 2. Jhd. v.u.Z. und ihre Folgen lassen sich ohne Schwierigkeiten auf das Judentum in der Moderne übertragen. Im Grunde genommen ging es ja auch damals um eine sehr moderne Frage: Wieweit darf, wieweit muss die Akkulturation, die Angleichung an die Umweltkultur gehen? Aufklärung, Revolution und Emanzipation markieren in der Moderne eine historische Wende, die gerade auch für die Geschichte der Juden fundamentale Veränderungen mit sich gebracht hat und eine ganz ähnliche Herausforderung darstellt wie der Hellenisierungsprozeß in der Makkabäerzeit. Dabei haben sehr verschiedene Strömungen im modernen Judentum für sich in Anspruch genommen, die Makkabäer der eigenen Zeit zu sein.

1791 erhalten die Juden in Frankreich erstmals die volle bürgerliche Gleichstellung. In den darauffolgenden Jahrzehnten verbesserte sich die Rechtslage der Juden auch in anderen europäischen Ländern. Im Zuge der versuchten Harmonisierung der jüdischen Religion mit der Umweltkultur entstanden Reformgottesdienste, die sich in der Ausgestaltung besonders am Protestantismus orientierten. So war eine der wichtigsten Neuerungen neben der Orgel die Einführung der regelmäßigen deutschsprachigen Predigt. Im ersten Reformgebetbuch der Berliner Reformsynagoge Die Deutsche Synagoge findet sich auch ein Chanukkalied wieder, das schon in Israel Jacobsohns Reformsynagoge in Seesen, der ersten Reformsynagoge überhaupt (1810-15), angestimmt wurde und das den historischen Makkabäeraufstand auf eigene Situation bezieht. Auch die Hamburger Reformer beanspruchten, die Makkabäer der Moderne zu sein. Wie einst die historischen Makkabäer den Jerusa­lemer Tempel von einem morschen Heidentum und seinem unmoralischen Kult gereinigt haben, so sei es nun die Aufgabe der Ge­genwart, das Judentum von überkommenen Vorstellungen und Bräu­chen zu befreien und einen modernen, auf Andacht und Erbauung ab­ ab­zielenden Gottesdienst einzurichten. Die Weihe der Hamburger Reformsynagoge, die nun ganz bewusst Tempel genannt wird, entspricht der Weihe des Jerusalemer Tempels durch die Makkabäer.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich Grundstrukturen eines liberalen Gottesdienstes herauszubilden, der sich immer weniger von der protestantischen Umweltkultur beeinflusst zeigte - eine Entwicklung, die sich auch in der synagogalen Musik spiegelte. Besonders der an der Neuen Synagoge Berlin wirkende Komponist Louis Lewandowski wandte sich gegen die kritiklose Übernahme protestantischer Gottesdienstästhetik in der frühen Phase der Reformbewegung, der er den traditionellen rezitativischen Synagogengesang in seinem eigenen Schaffen entgegensetzte, wie auch seine Vertonungen des sogenannten Hallel-Gebetes, d.h. der liturgischen Verwendung von Psalm 113-118 zeigen. Auch an Chanukka wird das Hallel-Gebet morgens beim Gottesdienst gesungen. Wer nun dieses Hallel in einer 1995 entstandenen Aufnahme mit dem weltberühmten Berliner Kantor Estrongo Nachama (1918-2000) und dem RIAS Kommerchor hört, wird erstaunt feststellen, dass die Vertonung der Verse von Psalm 118,17-24 mit der bekannten Melodie des Siegeshymnus aus Händels Judas Maccabäus unterlegt ist. Bisher konnte ich nicht eruieren, wann und wo dies geschehen ist. Es spricht jedoch vieles dafür, dass es sich hier um eine Berliner Tradition handelt, die möglicherweise mit dem katholischen Organisten Artur Zepke im Zusammenhang steht, der vor der Shoa an der Neuen Synagoge (von 1924 bis 1935) und dann nach 1945 an der Synagoge Pestalozzistraße den Synagogen-Gottesdienst als Organist und Chorleiter begleitet und intensiv mit Estrongo Nachama zusammengearbeitet hat. Diese Bearbeitung ist die heute allgemein verbreitete Version und spiegelt auf jeden Fall die Popularität von Händels Siegeshymnus bzw. von Rankes Tochter Zion in der christlich geprägten Umweltkultur wieder, die dann auch auf die musikalische Gestaltung des Synagogengottesdienstes ausgestrahlt hat.

Mit Theodor Herzl, dem Begründer des politischen Zionismus, werden nun sehr verschiedene Aktivitäten der zionistischen Bewegung mit den Makkabäern verbunden, organisatorische, publizistische und, vor allem, sportliche. Bei der 1932 in Tel Aviv ausgetragenen ersten jüdischen Olympiade, der Makkabiade, wurde Händels Judas Maccabäus in der hebräischen Übersetzung von Aharon Ashman aufgeführt. 1936, zu einer Zeit, da die Verfolgung der deutschen Juden immer offenkundiger wurde, schuf der israelische Kinder­buchautor Levin Kipnis mit dem Kinderlied Hawa narima, das heute im Judentum weltweit zu Chanukka gesungen wird, eine moderne, zionistisch geprägte Adaption von Händels Siegeshymnus aus dem Judas Maccabäus - verbunden mit der Hoffnung auf eine friedvolle und sichere Zukunft: "Wohlan, lasst uns erheben Fackel und Banner, Gemeinsam lasst uns singen, Das Chanukkalied. Makkabäer sind wir, Wir haben die Fahne hoch gehisst, Gegen die Griechen kämpften wir, Und unser war der Sieg! Blume an Blume, Einen großen Kranz lasst uns binden, Für das Haupt des Siegers, Makkabi den Helden."

Die ausführliche Geschichte von Händels Lied und seinen politischen Implikationen von Aufklärung, Akkulturation, Emanzipation, Nationalismus und Zionismus finden Sie in diesem Artikel: Klaus Herrmann, "Aufklärung, Emanzipation, Akkulturation und Zionismus. Chanukka im Wandel der Zeiten oder wie aus Händels Judas Maccabaeus ein israelisches Kinderlied wurde", in: Rainer Kampling, Andreas Hölscher (Hgg.), Musik in der religiösen Erfahrung. Historisch-Theologische Zugänge, Frankfurt am Main 2014, 165-201.

 
 

 

Ich bin Christin und mein Messias ist ein Jude. Gott sei Dank! Das, was meins ist, gehört mir nicht.

Eine Reflektion von Aline Seel

Ich bin Pfarrerin. Ich glaube, unter allen Ich-Bins ist mir das das Liebste neben meinem Namen. Darin steckt für mich, einem Ruf zu folgen und mein Leben als Antwort zu leben.

Und ich bin Christin. Das geht mir mit den Jahren immer leichter über die Lippen. Das schmeckt nach Tod und Leben. „Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20), schreibt Paulus. Etwas in mir stirbt, wenn Neues beginnt. Manchmal schmeckt Christin-Sein nach Täterschaft und Gewalt, nicht selten nach Vorurteilen und Rechtfertigungen. Ich mag das Zähe daran.

 

Ich bin Christin und mein Messias ist ein Jude. Gott sei Dank! Das, was meins ist, gehört mir nicht. Das ist aufregend! „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“ (Röm 11,18). Zu christlicher Identität gehört also Demut, nicht gebückt und grau, sondern lächelnd: eingebunden und getragen sein.

 

 

Für mich heißt Glauben nicht zu sein, sondern zu werden. Wenn ich das AfD-Parteiprogramm mit seinem Anspruch, das christliche Abendland zu verteidigen, lese, dann ist das das Gegenteil davon. Im Hebräerbrief ist die Rede von dem wandernden Gottesvolk; leichte Zelte statt starrer Identitätsfestungen! Nicht drinnen bleiben, bei mir, sondern rausgehen – mich Anderem und auch Entfremdendem aussetzen und darin wachsen und ein Stück reicher und freier werden.

 

 

Ich suche nach einer antitriumphalistischen Theologie. Dazu gehört auch: hören auf das, was zu Israel und in Israel gesagt wird. Nicht Gottes erste Liebe sein. Nicht die Hauptrolle in einer Geschichte spielen müssen, um in ihr vorzukommen.

 

 

Immer wichtiger wird mir die Vorstellung, scherbenhaftes Gefäß zu sein, in das die Kraft Gottes als Schatz eingegossen ist und nicht aus mir selber kommt (2. Kor 4,7). Scherbenhaft mit Gott zu sein ist leichter als ohne sie. Ich habe Leonard Cohen im Ohr: „There is a crack in everything, that’s how the light gets in“.

 

 

Ich versuche, mein Leben als Antwort zu leben. Den Kreisel meines Egos stillzustellen. Meine Bewegungen nicht zur Ursache dafür zu machen, dass Gott sich nicht bewegen kann. Ich übe zu sagen: „nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe!“ (Lk 22,42).

Die Redaktion der Zeitschrift CURSOR, einem online-Magazin für explorative Theologie, hat mich im Sommer diesen Jahres um einen Beitrag zum Thema 'christliche Identität' gebeten. 2000 Zeichen Platz gab es, um über meine 'Identität' zu schreiben. Schwerpunkt sollten Fragen sein, die mich in meiner Auseinandersetzung mit rassismus- und antisemitismuskritischer Bildungsarbeit beschäftigen. Die Themenausgabe von Cursor ist in den vergangenen Wochen erschienen und online abrufbar unter https://cursor.pubpub.org/vol2identitaet.


 
 

 

Topographie jüdischer Orte in Deutschland

Von Nicole Hartmann

 
 

 

Unmittelbar gegenüber unseres Standortes in der Burgstraße wurden 1815 im damaligen Palais Itzig die ersten jüdischen Reformgottesdienste Berlins von Israel Jacobson veranstaltet. Daran erinnert diese Gedenktafel am heutigen Gebäude. Für weitere Informationen zu diesem „Jüdischen Ort“ gibt es seit einigen Wochen eine neue digitale Anlaufstelle: Die vom Jüdischen Museum Berlin initiierte Homepage jewish-places.de. Allerdings werden Sie dort aktuell noch keinen Eintrag zu dieser Adresse finden. Diesem Mangel kann jede und jeder Informierte*r aber abhelfen, denn die Homepage setzt auf die Unterstützung aller an der jüdischen Geschichte Deutschlands Interessierten. Interaktiv können neue Schauplätze jüdischer Religion und Kultur, aber auch der Vernichtung jüdischen Lebens hinzugefügt werden, auf dass mit der Zeit ein umfassendes Mosaik dieses integralen Teils deutscher Geschichte entstehen kann.

Sucht man nach einem Ortsnamen, gelangt man auf eine Karte und kann die Suche weiter verfeinern nach Personen, Einrichtungen oder gar Spaziergängen. Nach dem Prinzip des Collaborative Mapping, sind alle Nutzer*innen eingeladen, die jeweiligen Informationen mit Bildern, Filmen und eigenen Texten zu illustrieren. Hierbei greift die Website auch auf schon bestehende Projekte und Web-Angebote verschiedener Institutionen zurück, denn man muß das Rad ja nicht neu erfinden. Die Bündelung und interaktive Öffnung all dieser Einzelprojekte ermöglicht jedoch einen bisher nicht erreichten Grad an Möglichkeiten der Recherche und der Einbindung gerade jüngerer Nutzer*innen in die Generierung von historischem Wissen. Wir wünschen dem Projekt viel Erfolg!

https://www.jewish-places.de/

 

(Mehr Informationen zur Entstehung des Projekts auf www.jmberlin.de/jewish-places)

 

 
 

 

Termine
 

13. Dezember 2018

 

Das IKJ in Dresden!
 
Szenische Aufführung von Religionsgesprächen zwischen Juden und Christen aus Vergangenheit und Gegenwart: Jüdisch-Christliche Gespräche in Szenen mit Mendelssohn, Buber und Co. mit Prof. Markschies und Mitarbeiter*innen.
 
Um 19.00 Uhr im Haus der Kathedrale
 

 

 

27. Januar 2019

Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Mit dem neuen Kirchenjahr ist der 27. Januar regulär Teil der Perikopenordnung. Wir geben daher in Kooperation mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste eine Predigthilfe heraus und laden zum gemeinsamen Gedenken am 27. Januar ein. 

 
Um 11.00 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche (Französischer Dom) am Gendarmenmarkt.

 

 

 

 

 
 
 

 

Für 2019 planen wir, in Kooperation mit der Eberhard-Ossig-Stiftung eine Lesereihe. U.a. zu Gast sein werden Dimitrij Belkin mit seinem Buch "Germanija. Wie ich in Deutschland jüdisch und erwachsen wurde" (14. Februar 2019) und Max Czollek mit seinem Buch "Desintegriert euch!" (14. März 2019). 

Und natürlich beschäftigt uns der Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund schon jetzt. Mehr dazu bald!  

 

 
 

 

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https://www.ikj-berlin.de/index.php?id=18452

 

 
 

Letzte Änderung am: 12.12.2018