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Termine 

31. Oktober 2018

Ausstellung „Martin Luther und das Judentum – Rückblick und Aufbruch

Es ist uns eine große Freude, die Ausstellung „Martin Luther und das Judentum – Rückblick und Aufbruch“ in der Theologischen Fakultät, dem Sitz des Instituts und seiner Bibliothek, zu Gast zu haben. Die Ausstellung wurde von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der EKBO und des  jüdischen Touro-Colleges Berlin erarbeitet, der unser langjähriger Leiter Peter von der Osten-Sacken angehört hat. Auch nach entsprechenden Initiativen im Reformationsjahr 2017 ist es uns weiter wichtig, uns mit dem schwierigen Erbe, das Martin Luther und andere reformatorische Theologen uns mit ihren antijüdischen Schriften hinterlassen haben, auseinanderzusetzen. Die Ausstellung bietet dazu vielfältige Möglichkeiten.

Sie steht vom 31.10. bis zum 30.11. im Foyer der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin in der Burgstr. 26. Ein Besuch ist im Rahmen der Öffnungszeiten des Gebäudes (Montag - Freitag, 08.00 - 20.00 Uhr) möglich. Führungen werden auf Anfrage angeboten (mail(at)ikj-berlin.de).

17.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies im Gespräch mit Sara Nachama und Prof. Dr. Dres. h.c. Peter von der Osten-Sacken, Theologische Fakultät, Burgstraße 26

18.30 Uhr Gottesdienst zum Reformationstag: 501 Jahre Baustelle - Reformation und Judentum

Ort: Sophienkirche, Große Hamburger Str. 29-30

Eine gemeinsame Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde am Weinberg, des Instituts Kirche und Judentum und der Pfarrei Herz-Jesu.

 

 

9. November 2018

Gottesdienst im Gedenken an die Novemberpogrome vor 80 Jahren

Im Streit. Paulus schrieb in unruhigen Zeiten an die Gemeinde in Rom den bedenklichen Satz. „Seid der Obrigkeit untertan!“ Er schrieb aber auch "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“ (Römer 12,21) Zwei Sätze im Streit. Angesichts ihrer Spannung ringen wir um gebotene Formen des Handelns und Gedenkens in Zeiten, die uns unruhig machen. Im Gottesdienst erbitten wir Gottes Beistand. Dazu laden wir Sie und Euch sehr herzlich ein.

Der Gottesdienst im Gedenken an die Novemberpogrome 1938 findet am 9. November um 19 Uhr in der Luisenkirche, Gierkeplatz 4, 10585 Berlin statt – in Kooperation dem Institut Kirche und Judentum und Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.

 

26. November 2018

Anpassung, Abgrenzung und Eigenständigkeit. Jüdische und christliche Reformbestrebungen im 19. Jh und heute – Studientag aus Anlass des 250. Geburtstags von Friedrich Schleiermacher

Französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt

Eine Kooperation des Instituts Kirche und Judentum mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und der School of Jewish Theology

Im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert hält die Aufklärung Einzug in die Theologie, sowohl auf christlicher als auch auf jüdischer Seite. Die Religionen verbindet u.a. die Suche nach einer zeitgemäßen, auf Ethik konzentrierten Glaubenspraxis, die das Religiöse nicht preis gibt. Der erste Tempel der jüdischen Reformbewegung wurde am 17. Juli 1810 in der Stadt Seesen im  Harz durch Israel Jacobson (1768–1828) gegründet. Wenig später zog Jacobson nach Berlin und war 1815 maßgeblich an der Gründung der ersten Berliner Reformsynagoge in der Burgstr. beteiligt. Während das Reformjudentum in der Mitte Berlins entsteht, predigt der Theologe Friedrich Schleiermacher unweit entfernt in der Dreifaltigkeitskirche. Auch er ringt um theologische Erneuerungen und setzt sich zudem für eine rechtliche Emanzipation der Juden ein. In seinen Reden allerdings erscheint das Judentum als lange schon „todte Religion“ („Über die Religion“, 1799) und in seinem theologischen Hauptwerk „Der christliche Glaube“ von 1821 spricht er von der „Unreife“ des Judentums.

Der Studientag dient dazu, sich mit diesen Zusammenhängen zu beschäftigen und ein klareres Bild davon zu gewinnen, warum und wo jüdisch-christliche Kommunikation in dieser Zeit gelang, aber auch abbrach und scheiterte. Aus welchen Motivationen und mit welchen Folgen entstanden christliche und jüdische Reformbewegungen? Wo gab es gegenseitige Beeinflussungen und welche Rolle spielten christlicher Antisemitismus und jüdische Emanzipation?

Die Geschichte ragt in die Gegenwart hinein und so fragen wir nach ihren Spuren, um für heutige Reformen zu lernen.

 

Letzte Änderung am: 05.11.2018